Suche
  • Sei Du Selbst - und du wirst erstaunt sein, was alles möglich ist!
  • Petra Manthey - * Coach * Trainerin * Mentorin
Suche Menü

Du hast die Wahl – immer!

Du hast die Wahl! Immer!


Neulich wohnte ich einem Gespräch unter Frauen bei, in dem es ganz allgemein um Ungerechtigkeiten für Frauen in der Arbeitswelt ging. Dieses Thema ist weit und groß, und ich möchte hier nicht näher darauf eingehen.

Einen Aspekt jedoch möchte ich herausgreifen, weil er für mich ein gutes Beispiel für eine Stress verursachende innere Haltung ist.

Eine der Frauen – nennen wir sie Anna – berichtete, dass sie nach einer 12-Stunden-Betreuung für ihr Kind sucht, damit sie ihrem Job weiterhin nachgehen kann. Nun kann man darüber streiten, ob man sein Kind so lange in eine Betreuung geben will oder nicht (was die Frauen auch taten). Wenn ich mir aber den Kern der Aussage ansehe, sagte Anna folgendes:

Ich brauche diese 12-Stunden-Betreuung. Denn entweder, ich mache diesen Job, oder ich bekomme HartzIV. Ich habe keine Wahl.

Dies ist in meinen Augen der springende Punkt. Neben allem Stress im Job, bei der Kindererziehung usw. hat Anna Stress, weil sie glaubt, keine Wahl zu haben!

In dem Moment, wo ich glaube, einer Situation ausgeliefert zu sein (oder nur zwischen Pest und Cholera wählen zu können) bekomme ich Stress. Das ganze Körpersystem stellt um auf „Flucht“. Denn was anderes möchten wir in einer ausweglosen Situation, als fliehen?! Da ich aber nicht fliehen kann, kann sich auch das Körpersystem nicht beruhigen. Jedes Mal, wenn ich denke „ich habe keine Wahl“, geht der Stresspegel nach oben. Es ist wie gefangen sein. Anna in meinem Beispiel denkt das andauernd, mehr und mehr unbewusst, unterschwellig. Aber der Stress ist da. Und da sie meint, nichts daran ändern zu können, bleibt er auch.

Die Wahrheit ist doch: wir haben immer eine Wahl. Anna kann bewusst diesen Job weitermachen (die Betonung liegt auf bewusst). Sie kann einen anderen Job wählen. In dem sie wahrscheinlich weniger verdient, aber mehr Zeit für ihr Kind hat. Oder sie kann sich vorübergehend für Unterstützung durch das soziale Netz entscheiden. Sie hat also die Wahl! Natürlich hat jede Wahl Konsequenzen. Aber sie hat die Wahl!

Und das ist der springende Punkt. In dem Moment, wo ich verstehe, dass ich tatsächlich eine Wahl habe, dass ich nicht hilflos ausgeliefert bin, sondern selbst eine Entscheidung treffe, in diesem Moment hört dieser Stress auf. Vielleicht bleibt das Leben anstrengend, ja, und nicht alle Probleme lösen sich gleich in Wohlgefallen auf. Aber es nagt keine unterschwellige Hilflosigkeit mehr an mir, die ständig ruft: „flieh doch!“ Stattdessen kann ich viel bewusster nach Lösungen Ausschau halten. Und bin wieder einen Schritt weiter weg vom BurnOut 😉 .

Wie siehst Du das? Denkst Du auch, dass Du immer eine Wahl hast? Oder glaubst Du, dass Du vielen Umständen einfach ausgeliefert bist? Deine Meinung interessiert mich! Schreib sie mir doch unten ins Kommentarfeld. Danke!

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo

    Ich finde hier wird mit dem Begriff „immer die Wahl zu haben“ zu einfach umgegangen.

    Sicher hat Anna hier die Wahl zwischen ihrer Arbeit (die ihr vielleicht ja auch Spaß macht) und Hartz IV. Aber wenn sie z.B. arbeitslos wird und mit sehr wenig Geld zurechtkommen muss, stellen sich wieder neue Probleme: Rechnungen können nicht bezahlt werden, nicht genug Geld um sich gutes Essen leisten zu können, kein Auto, usw.
    All diese Dinge bringen neuen Stress, ein Teufelskreis.

    Hier zu sagen „man hat doch die Wahl“, ist für mich ein bisschen zu naiv. Ja, man hat dann eine Wahl zwischen altem und neuem Stress. Das ist für mich keine wirkliche Lösung.
    Grüße Monika Lehmann

  2. Hallo Frau Lehmann,

    vielen Dank für Ihren kritischen Kommentar.

    Ja, würde ich sagen „Hartz4 ist die Lösung“, wäre das sicherlich viel zu einfach. Abgesehen davon, dass es für Anna zwischen den beiden Polen verschiedene Möglichkeiten gibt, sich zu entscheiden, ging es mir in meinem Beitrag aber nicht so sehr um eine konkrete Lösung.

    Vielmehr möchte ich die Bedeutung der eigenen inneren Einstellung zu dem Problem hervorheben. Bin ich ein Opfer meiner Umstände, ein Opfer meines Teufelskreislaufes? Oder sehe ich, dass ich Alternativen habe, die mir niemand aufdrängt, sondern die ich selber wählen kann? Eine Lösung zu finden, ist nicht immer einfach. Aber das Wissen um meine eigene Handlungsfähigkeit sprich: Wahlmöglichkeit, ist in meinen Augen ein erster Schritt. Der nicht die sofortige Lösung bringt, der aber meinen Stresspegel senkt, weil ich mich nicht mehr hilflos fühle. Vielleicht haben Sie das selber schon mal erfahren?

    Vielleicht braucht Anna Unterstützung und Geduld, aber sie ist nicht gefangen in der Situation! Und wenn sie bewusst entscheidet, in dem Job zu bleiben und eine entsprechende Betreuung für ihr Kind zu suchen, dann wird es sich für sie anders, stressfreier anfühlen, als wenn sie sagt: „ich muss ja“.

    Eine Lösung kann immer nur individuell sein. Es gibt Menschen, die leben gut von Hartz4, es gibt welche, die leben (fast) ohne Geld. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache. Jeder kann aber seine eigene innere Einstellung wählen, sich darüber bewusst sein und entsprechend handeln, davon bin ich überzeugt.

    Beste Grüße

    Petra Manthey

  3. Hallo

    Sicherlich gibt es Menschen, die mit wenig oder ohne Geld leben können/wollen, aber das kann man ja wohl nicht ernsthaft Menschen empfehlen, die Stress haben, weil sie am Einkommenslimit leben und auch noch Kinder zu ernähren haben !?
    Und sicherlich kann ich meine Einstellung zu meiner Lebenssituation positv verändern, aber diese Einstellung alleine bezahlt nicht mein Essen und meine Rechnungen.

    Gruß M. Lehmann

  4. Hallo Frau Lehmann,

    natürlich zahlt Ihre Einstellung nicht direkt Ihre Rechnungen. Trotzdem kann eine andere Einstellung zu einer aktuellen Situation den Blick für Alternativen frei machen. Auch damit allein ist noch keine Rechnung bezahlt. Aber wenn ich mit weniger innerer Anspannung, sprich mit weniger Stress, meine Situation erleben kann, eröffnet mir das neue Wege.

    Ich empfehle nicht einfach so, mit weniger Geld zu leben. Sondern ich empfehle, die eigene Verantwortung für die Situation anzunehmen (innere Einstellung) und nach dem Motto: Love it, Change it or Leave it sie entweder ehrlich zu akzeptieren, zu verändern oder zu verlassen.

    Ich weiß nicht, in welcher Situation Sie sich gerade befinden. Daher kann ich auch leider nur eher allgemein und nicht konkret antworten. Ich hoffe, ich kann Ihnen – und allen Mitlesern – trotzdem den einen oder anderen Gedankenanstoß geben.

    Beste Grüße

    Petra Manthey

  5. Hallo Frau Manthey,

    ich finde den Artikel gut und kann bestätigen: es ist immer gut, sich klar zu machen, dass man/ ich/ sie/ er eine Wahl hat bzw. das es überhaupt eine gibt. Gerade dann, wenn jemand so sehr im Stress steckt, dass er/ sie nur noch den Tunnelblick kennt, ist es gut, einen Schritt zur Seite zu machen. Schauen, wer bin „ich“ eigentlich, was sind meine Stärken, wo können mir vielleicht Freunde unter die Arme helfen, was will ich und wo will ich hin. Kurz: sich selbst die W-Fragen stellen und Stuktur in die stressverursachende Situation bringen. Mit einem Außenstehenden darüber sprechen, welche Möglichkeit sieht diese Person – ob Freund oder Coach. Auch dann eröffnen sich meist mehrere Wahlmöglichkeiten.

    Es gibt immer eine Wahl und falls nicht, dann muss man tun, was man tun muss. Situationsbezogen handeln.

    Viele Grüße
    Silke Bicker

  6. Ich kann eine positive Einstellung zu meinem Problem entwickeln, aber das Problem bleibt doch. Wenn ich zum Beispiel ein finanzielles Problem habe, bleibt das auch mit einer positiven Einstellung, nur weil der Stress abfällt, mindert es doch nicht das eigentliche Problem.
    Und wenn ich keine Freunde habe, die mir da raus helfen können oder keinen Mann, der mich finanziell unterstützt und mich absichert? Einen Coach kann sich auch nicht jeder leisten.
    Da bleibt dann wirklich nur die Möglichkeit, wie Frau Bicker schreibt, man muss tun was man tun muss. Und da bleibt dann manchmal keine Zeit mehr, über die Begriffe „Selbstentscheidung, Wahlmöglichkeiten oder „innnere Einstellung“ zu philosophieren.

  7. Hallo Frau Bicker,

    ich finde, Sie bringen das wunderbar auf den Punkt! Vor allem auch das „was sind meine Stärken“ und „wer kann mich unterstützen“ finde ich extrem wichtig.

    Vielen Dank für Ihren Kommentar und

    Beste Grüße

    Petra Manthey

  8. Hallo J.O.Menke,

    vielen Dank, dass Sie Ihre Überlegungen hier teilen!

    Da stimme ich Ihnen zu, alleine durch eine positive Einstellung verschwindet ein Problem nicht wie von selbst. (Obwohl, manchmal…) Es geht mir auch nicht darum, Probleme, Schwierigkeiten und Anstrengung aus dem Leben zu verbannen. Das wäre in meinen Augen lebensfern.

    Im Sinne von Burn Out-Prävention und Stressreduktion, um die es ja auf diesem Blog geht, finde ich es dennoch wichtig, mir klarzumachen, dass ich mit einer anderen, entspannteren inneren Einstellung Probleme leichter lösen kann. Und das ganz praktisch, ohne lange zu philosophieren.

    Probieren Sie doch einmal folgendes:

    1. Denken Sie an ein Problem, das Sie belastet. Und seien Sie ganz sicher, dass sich dieses Problem nicht lösen lässt. Gar nicht, unter keinen Umständen. Weil niemand da ist, der hilft, weil so ein Problem nicht zu lösen ist, oder warum auch immer. Und in diesem „Modus“ tun Sie, was zu tun ist. Danach denken Sie

    2. wieder an das Problem, das Sie belastet. Aber diesmal stellen Sie sich vor, dass es eine Lösung geben könnte. Die Sie nur im Moment nicht sehen können. Und die vielleicht aus einer Richtung kommt, die Sie gar nicht erwartet hätten. Es geht nicht darum, das Problem jetzt zu lösen! Sondern darum, gedanklich eine andere Situation, eine andere Stimmung zu erschaffen. (Unserem Unterbewusstsein ist es übrigens egal, ob das, was wir denken, „wahr“ ist oder nicht! Es reagiert einfach auf den Gedanken.) Stellen Sie sich also vor, die Lösung steht um die Ecke, noch nicht sichtbar, aber bereits vorhanden. Stellen Sie sich vor, sie hätten die Wahl (!), um die Ecke zu gehen, oder aber stehen zu bleiben. Und in diesem „Modus“ tun Sie wieder, was zu tun ist.

    Gibt es einen Unterschied in der Weise, wie Sie handeln? In der Weise, wie Sie nach dieser kleinen Übung das Problem betrachten? Ich könnte mir vorstellen, dass Sie in Variante 1 eher angespannt, und in Variante 2 eher entspannt waren. Und genau darum geht es.

    Beste Grüße

    Petra Manthey

     

  9. Pingback: Perspektivwechsel – Herausforderungen lösen | Erdhaftig

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.